So fing alles an
Die Familie Senzer lässt sich in Mainz bis in das Jahr 1607 zurückverfolgen. Aenne Senzer wurde hier am 10. September 1896 geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren gab sie ihr Debüt, in Kinderrollen, mit Tanzen verbunden, am Mainzer Stadttheater.
Talent und Liebe zum Metier veranlaßten sie, die harte Ausbildung als Tänzerin zu absovieren. Nach der Abschluss der Lehre wurde sie Solotänzerin, Anfang der dreißiger Jahre Ballettmeisterin. Getanzt hat sie fast alle Operetten und Opern. Sie trat sogar mit Käthe Dorsch, im Fidelen Bauer, auf.
1923 verließ Aenne Senzer die Bretter des Mainzer Stadttheaters und gründete eine eigene Tanzschule. Durch die Heirat mit Franz Willius, im Jahre 1926, ergab sich ihre Namenserweiterung.
Es folgte der gemeinsame Aufbau eines Tanzunternehmens, in dem jeder Mainzer, der etwas auf sich hielt, die ersten Tanzschritte absolvierte. Auch Carl Zuckmayer drehte sich hier im Walzertakt, und für viele Mainzer wurde hier die Grundlage für ein späteres Zusammenleben gelegt.
Nach dem Krieg, nach der völligen Zerstörung ihres Werkes, folgte 1946 der Neubeginn. In Berlin wurde die Genehmigung zur Benutzung eines Schrankgrammophons eingeholt, und schon florierte sie wieder, die Ausbildung der Jugend zum Tanzen. Zu den Bällen musste jeder ein Brikett für die Heizung mitbringen, die Verpflegung wurde mittels selbstgebackenen Kuchens und mitgebrachter Getränke sichergestellt.
Ihr Tanzkurs war Aennes "Familie", auf die sie auch in punkto Erziehung Einfluss nahm. Je zwei Worte nur – so postulierte sie – gehören zum Anstand: "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen". Allein auf sich gestellt, legte sie die Grundlage zu der heutigen Größe des Unternehmens am Karmeliterplatz. Zurückblickend kann sie sagen: Über die fünffache Einwohnerzahl von Mainz hat bei Ihr Tanzunterricht genommen. Selbst ihren Mann Franz, der schwer gebehindert aus dem Krieg zurückgekommen war, brachte sie wieder mit List und Tücke dazu, Tanzunterricht zu geben.
Am 26. August 1933 wurde Horst Willius-Senzer geboren, der im Alter von 18 Jahren begann, tanzen zu unterrichten. Anfangs noch im Weihergarten, seit 1960 im wiedererrichteten Hof zum Spiegelberg. Nach der Heirat mit Cornelia Willius-Senzer geb. Scherning im Juli 1972, erweiterte sich am 06. November 1976 nicht nur die Familie. Am Tag Tina Willius-Senzer's Geburt wurde der Stockheimer Hof, heute Ballhaus genannt, mit dem Ball der Goldenen Blätter eröffnet. Knapp zwei Jahre später, am 14. Oktober 1978, wurde Patrick Willius-Senzer geboren.
1987, kurz nach Gründung der CreaDance, an der auch Cornelia Willius-Senzer maßgeblichen Anteil hat, schloss sich die Tanzschule dieser neuen Idee an und verband so die Traditionen des Hauses mit Innovation und einer ordentlichen Portion Zeigeist.
Vom Barfußtanzen nach dem Ersten Weltkrieg über Solopartien als gefeierte Tänzerin bis hin zum Tanzgroßunternehmen spannt sich ein weiter Bogen "Mainzer Tanzgeschichte". Aenne Willius-Senzer hat sich geschrieben.
Heute wie damals zählt die Tanzschule Willius-Senzer mit einem Kundenstamm von über 2000 Tänzern und Tänzerinnen zu einer der renommiertesten, größten und vielseitigsten Tanzschulen Deutschlands.
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